Jazz Stile und Richtungen
New Orleans Jazz
Die erste Richtung der Jazz Musik, die um 1900 populär wurde, wird New Orleans Jazz bezeichnet. Dieser Jazzstil breitete sich von New Orleans über die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika aus. Die Wurzeln des New Orleans Jazz liegen in Negro Spirituals, im Blues sowie im Ragtime. Ein weltweit beliebter Muskier, der sich am New Orleans Jazz orientierte, ist Louis Armstrong. Louis Armstrong brachte den New Orleans Jazz in der Mitte des 20. Jahrhunderts wieder zum Leben. Louis Armstrong produzierte aber nicht nur den New Orleans Jazz, sondern kombinierte viele unterschiedliche Jazzstile. Merkmale des New Orleans Jazz sind die Kollektivimprovisation, die Breaks und die Verwendung der Trompete als Hauptstimme.
Dixieland Jazz
Ab 1910 wurde eine weitere Jazzrichtung populär, der Dixieland Jazz. Der Dixieland Jazz geht auf die Rassentrennung der damaligen Zeit zurück, in Folge derer sich weiße und afroamerikanische Bands viele musikalische Duelle lieferten. Der Dixieland Jazz wurde der Jazzstil der weißen Jazzmusiker, während der New Orleans Jazz weiter die Jazz Musik der afroamerikanischen Jazzbands blieb. Im Dixieland Jazz findet man im Vergleich zum New Orleans Jazz weniger Schleiftöne und ein weniger expressives Vibrato. Der Dixieland Jazz klingt glatter, seine Harmonien reiner und er ist technisch versierter als der New Orleans Jazz. Allerdings kann man trotz dieser Unterschiede keine eindeutige Grenze ziehen zwischen New Orleans Jazz und Dixieland Jazz. Im weiteren Verlauf der Jazzgeschichte spielten auch weiße Musiker New Orleans Jazz, genauso wie Afroamerikaner oft den Dixieland Jazz anspielten. Derzeit unterscheidet man drei Hauptrichtungen beim Dixieland Jazz: Es gibt den Dixieland Jazz Stil "Chicago Style", den Stil "West Coast Revival" sowie die Jazzrichtung "New Orleans Traditional".

Chicago Jazz
Ab 1920 entwickelte sich in Chicago der Chicago Jazz. Diese Jazzrichtung prägten Schüler, Studenten oder Musikamateure, die versuchten den New Orleans Jazz und den Dixieland Jazz zu spielen. Da diesen Musikern die komplexen Strukturen dieser Jazzrichtungen zu schwierig waren, entwickelten sie einen neuen Jazzstil, den Chicago Jazz. Beim Chicago Jazz liegen die Melodien parallel zueinander und überkreuzen sich, im Gegensatz zum New Orleans Jazz und zum Dixieland Jazz, nicht. Eine zentralere Bedeutung als bei New Orleans Jazz haben beim Chicago Jazz die Soli, dafür tritt die Kollektivimprovisation beim Chicago Jazz zurück.
Swing
In den Jahren von 1920 bis 1930 Jahre entstand die bis heute populärste Jazzrichtung, der Swing. Der Swing wird von Bigbands gespielt. Bigbands entstanden im Zuge der Weltwirtschaftskrise, als sich viele Musiker gezwungen sahen größeren Band beizutreten. Es entwickelten sich je nach Region unterschiedliche Swingstile, zum Beispiel der Kansas City Jazz oder der Western Swing. Die Blütezeit des Swings liegt in den Jahre 1935 und 1945.
Gypsy Jazz
Parallel zur Entwicklung des Swings in den Vereinigten Staaten von Amerika entstand in Europa der Gypsy Jazz. Den Gypsy Jazz prägen Gitarren und Geigen. Diese europäische Jazzrichtung ist im Vergleich zu den amerikanischen nicht so stark an afroamerikanischen Musikeinflüssen orientiert. Bekanntester Vertreter des Gypsy Jazz ist Django Reinhardt. Bebop ist die Jazzrichtung, die um 1943 aufkam. Aus dem Jazzstil Bebop entwickelte sich später der Modern Jazz. Beim Bebop haben die Musiker des Schlagzeugs und des Basses mehr rhythmische Freiheiten als bei früheren Jazzstilen. Die Jazzrichtung Bebop zeichnet ein schnelles Tempo und komplizierte Schemata bei der Musikharmonie aus. Neu beim Bebop war auch die Einführung der Tempoverdopplung während der solistischen Improvisation. Die Improvisationen dauern beim Bebop um einige Zeit länger als bei den älteren Jazzstilen.
Modern Jazz
Der Modern Jazz ging aus Bebop hervor. Ein Unterstil des Modern Jazz ist der Latin Jazz. Latin Jazz kam ab 1947 auf. Den Latin Jazz beherrschen lateinamerikanische Rhythmen, da diese Jazz Musik eine Kombination aus traditionellen Jazz und Karibikmusik darstellt. Besonders die Musik Kuba kommt im Latin Jazz zum Ausdruck.
Cool Jazz
Gegen Ende der 1940er Jahre entwickelte sich aus dem Bebop eine weitere Modern Jazz Musik, der Cool Jazz. Beim Cool Jazz sind die Tempi eher langsam und die Melodiebögen weiter geschwungen. In Kalifornien entwickelte sich aus dem Cool Jazz der West Coast Jazz. Der West Coast Jazz tendiert mehr zur Unterhaltungsmusik als der Cool Jazz. Eine weitere Modern Jazz Musik ist als Hard Bop bekannt. Hard Bop ging wie der Cool Jazz aus dem Bebop hervor. Beim Hard Bop werden zeitgenössische afroamerikanische Musikeinflüsse aufgenommen, was die Spielweise rhythmischer und taktvoller macht. Der Soul Jazz stellt eine soulige Variante des Cool Jazz dar. Zudem lieht der Soul Jazz extrem nahe am Funk; er entstand in den 1960er Jahren.
Free Jazz
Nach den Modern Jazz Musikstilen kam gegen Ende der 1950er Jahre die Jazz Musik Free Jazz auf. Beim Freejazz ist das Improvisationsstil frei und ungebunden. Aus dem Free Jazz entwickelte sich später der Avantgarde Jazz. Ende der 1960er Jahre wurde der Jazzstil Jazz Fusion populär. Jazz Fusion kombiniert klassischen Jazz mit anderen Musikrichtungen, zum Beispiel mit Rockmusik oder Funkmusik. Bei dieser Jazz Musik werden Jazzelemente mit Elektrogitarren oder Elektropianos gespielt. Jazz Funk ist die funkige Unterart von Jazz Fusion.